Winterberger Hochtour - WHT /Etappe 1 (Winterberg - Kahlen Asten - Altastenberg)

medium
9,1 km
2:35 h
310 m
200 m
841 m
641 m

regionaler Wanderweg

Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Startpunkt

Marktplatz (Untere Pforte), Winterberger

Zielpunkt

Haus des Gastes, Altastenberg

Winterberg - Kahlen Asten  - Altastenberg/

Die Wanderroute führt uns zum Startpunkt der Winterberger Hochtour: den Kahlen Asten. Hier beginnnt und endet der 82 km lange Fernwanderweg, der uns über die höchsten Berge des westfälischen Teiles des Hochsauerlandes führt, acht Talbereiche durchquert und zahlreiche Sehenswürdigkeiten aus Natur und Kultur zu bieten hat.

Unsere Tour startet an der so genannten Unteren Pforte in der Winterberger Stadtmitte und führt zum Ausgangspunkt der Winterberger Hochtour. Hier, am unteren ehemaligen Stadttor kreuzten sich in den vergangenen Jahrhunderten zwei alte Handelswege, die von Köln nach Leipzig führende Heidenstraße und die mittelalterliche Verbindung von Frankfurt nach Soest, die sich hier Sauerländer Weg nennt. Den Winterberger Handelsleuten, die in die weite Welt hinauszogen, ist auf dem Marktplatz ein Denkmal gesetzt: der Winterberger Handelsmann.

Die Lebensbedingungen der Einwohner blieben durch die kärgliche Landwirtschaft in dieser Höhenlage mehr als bescheiden. Als Handelsleute mussten sie mit Wolle, Holz- und Eisenwaren bis ins 20. Jahrhundert ihren Lebensunterhalt verdienen.

Erst die Eisenbahnanbindung (1906 Eröffnung der Strecke Bestwig–Winterberg) ermöglichte den Einstieg in Wintersport und Fremdenverkehr und führte zum wirtschaftlichen Aufschwung. Stadtrechte und damit verbunden Markt und Gericht erhielt Winterberg in der Amtszeit des Arnold von Hochstaden, der 1263 bis 1266 und 1271 in Arnsberg Landmarschall von Westfalen war. Die Siedlung Winterberg auf der Hochfläche am Kahlen Asten (althochdeutsch: winberg = Weideberg) wird jedoch älter sein.

Der Kahle Asten (840,9 m) ist der bekannteste Berg des Sauerlandes. Der Astenturm ist das höchstgelegene Gebäude in NRW und Standort eines Hotels. Der Rundumblick von der Aussichtsplattform des Astenturms reicht bei klarem Wetter bis in die Gegend von Kassel und natürlich über das gesamte Rothaargebirge. Durch die Waldweide vergangener Jahrhunderte hatte sich im Gebiet des Astenberges eine Hochheide gebildet. Noch heute findet der naturkundige Besucher die Rentierflechte als eiszeitliche Reliktpflanze. Pflegemaßnahmen sorgen dafür, dass nach Aufgabe der Waldweide und des Plaggenhiebes die Heidelandschaft erhalten bleibt. Der Astenturm selbst erinnert an den 843 geschlossenen Vertrag von Verdun. Man war im 19. Jahrhundert stolz auf die 1000-jährige Selbständigkeit Deutschlands. Bereits 1824 geplant, wurde am 22. Juni 1884 der Grundstein gelegt. 1926 erfolgte die Einrichtung einer Wetterwarte im Turm. Im Erdgeschoss befindet sich eine naturkundliche Ausstellung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe.

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Karte

Winterberger Hochtour - WHT /Etappe 1 (Winterberg - Kahlen Asten - Altastenberg)

Untere Pforte, 59955 Winterberg
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Am Denkmal des Handelsmannes, der sich von Frau und Kindern für einige Monate verabschieden muss, geht es also los.

Gehen Sie die ganze Strecke mit? Dann verabschieden wir uns gemeinsam für einige Tage aus dem Trubel und der Hektik des Alltags und wandern auf dem Rothaarsteig©, der hier noch ca. 200 m Gleichlauf mit dem Hanseweg X13 hat, die Straße Am Waltenberg leicht bergan. An der Ecke Eisdiele/Bistorant (kleine Kreuzung) trennen sich die beiden Wanderwege. Der Rothaarsteig© führt nach rechts über das Herrloh. Die St. Georg-Sprungschanze am Herrloh ist das Winterberger Wahrzeichen und bietet uns die erste tolle Aussicht. Am Südrand von Poppenberg und Bremberg entlang erreichen wir den Nordhang und treffen auf den mit X2 markierten Rothaarweg des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV), dem wir die letzten 100 Höhenmeter hinauf zum Astenturm folgen können (ca. 6 km und 280 HM).

Der Hanseweg biegt an der Eisdiele nach links ab, folgt dann nach rechts der Nuhnestraße bergan und führt uns auf dem wunderschönen Philosophenpfad zum Bürger- und Stadthaus (Rathaus). Dies ist auch der Verlauf der frühmittelalterlichen Heidenstraße, die von Köln nach Leipzig führte. Der Heimat- und Geschichtsverein Winterberg hat in der Nähe des Rathauses am Wanderweg ein Mahnmal errichtet. Es erinnert an den ersten dokumentierten Hexenprozess in Westfalen. Im Jahre 1523 wurden durch das Winterbergisch Halsgericht sechs unschuldige Frauen zum Tode verurteilt und hier auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Der Hanseweg X13 bringt uns – zuletzt im Gleichlauf mit dem Rothaarweg X2 – hinauf zum Astenturm (ca. 4,5 km und 180 Hm).

Sie können für Hin- und Rückweg beide Wanderwege in ihre Routenplanung einbeziehen.

Am Astenturm wandern wir, natürlich nach kurzer Stärkung in fester oder flüssiger Form, zunächst weiter in westliche Richtung zur Lennequelle. Sie ist die höchstgelegene Quelle Westfalens und fließt unabhängig von der Witterung nur zeitweise. Sie ist somit eine intermittierende Quelle. Nur die Kuppe des Astenberges ist ihr Einzugsgebiet. Nach 128 km Lauf mündet die Lennequelle bei Hagen in die weitaus bekanntere Ruhr.

Von der Quelle aus gehen wir zur Bergstation des Skiliftes am Sahnehang. Bei gutem Wetter bietet sich uns ein prächtiger Blick auf die Hunau mit dem markanten Fernsehturm. Direkt vor uns liegt Altastenberg, dass früher Lichtenscheid hieß und das höchste Dorf Westfalens ist.

Wir wandern nach rechts weiter, auf gleicher Höhe bleibend, und erreichen nach etwa 150 m den Rothaarsteig©. Hier müssen wir etwas aufpassen! Der unscheinbare Blaubeerpfad wird auch vom Rothaarsteig© benutzt und führt uns scharf nach links steil bergab. Wenn wir in der richtigen Zeit unterwegs sind, macht er seinem Namen alle Ehre: ein Ausrutscher kann zu einem „blauen“ Hinterteil führen. Eine Jahrhunderte alte Fahrspur bringt uns nach rechts hinunter zum Nordhang. Dabei überqueren wir die Zufahrtsstraße zum Astenturm. Die alten Spuren haben wohl mal die Heidenstraße mit dem Sauerländer Weg oberhalb von Züschen verbunden. Die Zollstation Winterberg konnte so umgangen werden. Etwa 50 m vor der Nordhangjause (zeitweise bewirtschaftet) liegt versteckt im Wald am Asten-Nordhang der sogenannte Blutstein.

Der Blutstein ist der älteste bekannte Mark- oder Grenzstein im Stadtbereich Winterbergs. Er markierte die Stadt- sowie die Gerichtsgrenzen, außerhalb derer Bann- und Blut-Urteile (Todesurteile) ihre Wirkung verloren. Der unscheinbare Wasserstein auf dem Heidtfelde wurde in Oberkirchener Schnadeprotokollen 1701 erwähnt und 1749 genau beschrieben. Die Grenzen zwischen der Stadt Winterberg und dem nordenauischen Dorf Lichtenscheid (heute Altastenberg) in waldeckischem Lehen waren damals heftig umstritten.

Vom Nordhang aus folgt die Winterberger Hochtour dem mit X2 markierten Rothaarweg auf dem Waldlehrpfad hinunter ins Renautal. Wir verlassen also den Rothaarsteig©.Das idyllische Renautal beginnt am Nordhang. Wir befinden uns hier in 750 m Höhe. Eine Quelle, aus der das Wasser hervorsprudelt, ist nicht zu finden. Es handelt sich um eine Sicker- oder Sumpfquelle. Bis zur Renauwiese, an der wir das Tal in Richtung Altastenberg verlassen müssen, sind es nur ca. 1,5 km. Auf dieser Strecke hat der Renaubach allerdings schon einen Höhenunterschied von fast 100 m überwunden. Dieses starke Gefälle verleiht ihm trotz geringer Wasserführung eine große Erosionskraft. Noch einmal 3 km talwärts mündet der Renaubach in die bis hierhin nur 2,5 km lange Neger. Diese führt nach weiteren 13 km ihr Wasser zwischen Assinghausen und Olsberg (bei Steinhelle) der Ruhr zu. Da die Ruhr bis zum Zusammenfluss mit der Neger nur 14 km zurückgelegt hat, müsste der berühmte Fluss eigentlich nach der Neger oder noch richtiger nach der Renau benannt werden. (Das Ruhrgebiet hieße dann Negergebiet!)

Bei nassem Wetter ist dieser Fußweg mit Vorsicht zu genießen, da ihn viele Wurzeln durchziehen und die Planken des über den Bach führenden Steges äußerst rutschig sein können. Übrigens, ein Hauch von Risiko gehört zu jeder Bergtour! Über die Renauwiese mit ihrer kleinen Schutzhütte gelangen wir -leicht bergan- zu einem breiten und befestigten Waldweg. Hier trifft der Rothaarweg X2 auf den Friedrich-Wilhelm-Grimme-Weg X27.

Nach links bergan erreichen wir auf X27 nach etwa 1 km unser Ziel das Dorf Altastenberg (780 m).

Festes Schuhwerk, Kleidung entsprechend der Witterung und Jahreszeit.

Besuch des Astenturms und der Ausstellung. 

Besichtigung der Maria-Schnee-Kirche in Altastenberg. 

Über die A7 Hamburg-Hannover, A2 Bielefeld, A33 Paderborn und bei der Abfahrt Wünnenberg, Richtung Brilon über Olsberg nach Winterberg oder über die A5 Frankfurt-Giessen, bei der Abfahrt Marburg, Richtung Allendorf nach Winterberg.

Detaillierte Informationen zur Anreise nach Winterberg – egal ob mit dem Auto, der Bahn oder dem Bus – findest du hier.

Parkplatz am Kurpark, Parkplatz Zentrum oder am Bahnhof.

Aus Richtung Olsberg mit der Buslinie S50 direkt nach Winterberg oder mit dem S30 mit Umstieg in Niedersfeld in den S40 nach Winterberg. Aus Richtung Schmallenberg mit der Buslinie S40. Aus Richtung Bad Berleburg mit dem R28. Aus Richtung Medebach mit dem S30 mit Umstieg in Küstelberg in den R48 Richtung Winterberg.

Mit dem Regionalexpress  RE57 von Dortmund nach Winterberg.

https://www.winterberg.de/winterberg/artikel/detail/GER00020061330371445

Die passende Orientierung für deine nächste Tour bietet dir die Wanderkarte Winterberg. Viele weitere Tipps und Informationen rund um das Thema Wandern in Winterberg findest du hier, ebenso wie eine Übersicht über besonders wanderfreundliche Betriebe in Winterberg, bei denen du bestens aufgehoben bist.

Marktplatz (Untere Pforte), Winterberger

Haus des Gastes, Altastenberg

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Autor

Ronja Henke

Organisation

Ferienwelt Winterberg

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