Peterskirche (Pfarrkirche St. Peter und Paul), Görlitz

icon-pin
Bei der Peterskirche, 02826 Görlitz

Kirche

Hoch über der Neiße thronend ist die Peterskirche das Wahrzeichen der Stadt Görlitz.

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul hat eine faszinierende Geschichte, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Die ursprüngliche dreischiffige Basilika, deren Westwerk und ein Teil des dazugehörigen Portals bis heute erhalten blieb, wurde aber im Laufe der Geschichte immer wieder verändert. Der Bau der heutigen Hallenkirche begann 1423. Anfangs plante der Stadtrat den Bau einer dreischiffigen Kirche. 34 Jahre später wurde die heutige Unterkirche, die dem Heiligen Georg geweiht wurde, fertiggestellt. Grund für die lange Bauzeit waren die Hussitenkriege und eine Geländerutschung im Bereich des neuen Chores. Um 1490 entschied sich der Stadtrat gegen die ursprünglich geplante Dreischiffigkeit zugunsten eines zusätzlichen nördlichen und südlichen Schiffs. Die Fertigstellung und die Weihe der Kirche erfolgten schließlich nach 74-jähriger Bauzeit.

Der verheerende Stadtbrand des Jahres 1691 erreichte auch die Peterskirche und zerstörte das Dach, die Türme auf dem Westwerk und nahezu das gesamte Inventar. Nach der Erneuerung des Daches und der Türme erhielt die Kirche um 1700 ihre gegenwärtige barocke Ausstattung. Für den Neubau der Orgel holte der Rat den hauptsächlich in Oberitalien tätigen Orgelbauer Eugenio Casparini und dessen Sohn nach Görlitz. Der eigentlich als Johann Eugen Caspar in der Niederlausitz geborene Orgelbauer hatte dort einige bedeutende Werke geschaffen. 1703 wurde die riesige Orgel in der Peterskirche geweiht. Nach mehreren Reparaturen und Umbauten ersetzte man das barocke Werk 1926 durch ein neueres. Seit 1980 bemühte sich die Gemeinde der Kirche, die Orgel wieder erklingen zu lassen. Zwischen 1997 und 2006 wurde die neue Sonnenorgel vollendet. Es entstand ein neues Instrument, in welchen die erhaltenen Teile der Casparini-Orgel und der Orgel des 19. Jahrhundert verwendet wurden. Seit dieser Zeit wird die Orgel wieder regelmäßig gespielt.

Mehr erfahren:

Die Geschichte erzählt vom tragischen Ende eines Dachdeckers.

An der Ostseite der Peterskirche, hoch über dem Eingang der Georgenkapelle, dicht unter dem Dach findet man die in Stein gehauene Figur eines angstvollen Mannes. Ein Zimmermann hatte während der Bauarbeiten auf dem Dach seinen Halt verloren und hielt sich mit Todesangst an einem Balken fest. Letztendlich konnte er sich nicht lang dort oben halten, verlor die Kraft und stürzte in die Tiefe. Ein steinernes Kreuz ist ungefähr zehn Schritte von der Kirche entfernt in das Pflaster eingelassen und markiert noch heute die Stelle, wo der Zimmermann aufgeschlagen war. Es ist heute nicht mehr zu klären, ob die Sage in direktem Zusammenhang mit dem tatsächlich verunglückten Franz Hesse steht. Der Kupferdecker aus Goldberg war am 3. August 1776 bei Ausbesserungsarbeiten vom Dach gestürzt und tödlich verunglückt. Sein Grabstein befindet sich an der östlichen Mauer der Nikolaikirche.

Dieser Punkt ist auch eine Station unseres Audioguides.

Orgelpunkt (Anspiel der Sonnenorgel): Sonn- und Feiertage sowie von April bis Oktober auch Dienstag und Donnerstag jeweils 12.00 Uhr

Jedes Jahr am Karfreitag findet von der Peterskirche bis zum Heilligen Grab die Kreuzwegprozession statt.

Barrierefreiheit: In die Görlitzer Peterskirche gelangt man mit dem Rollstuhl am besten über den Nordeingang, allerdings ist der Zugang aufgrund der historischen Bausubstanz nicht vollkommen selbstständig machbar. Wichtige Einschränkung: Der Nordeingang ist standardmäßig verschlossen. Zudem ist die Mitnahme einer Begleitperson zwingend erforderlich, um die steilen Rampen sicher zu bewältigen. Alternativ sollten Sie sich vorab telefonisch bei der Evangelischen Innenstadtgemeinde Görlitz anmelden. Das Haupt- bzw. Südportal: dieser Eingang verfügt über feste Stufen und ist für Rollstuhlfahrer ungeeignet. Die historische Krypta der Kirche ist leider überhaupt nicht barrierefrei zugänglich.

icon-info Details

kostenfrei

Anreise
von Dresden über die A4 bis zur Anschlussstelle Görlitz (94) und weiter auf der B6 und B99 Richtung Zentrum/Altstadt.
von Cottbus über die B115 und weiter auf der B6 und B99 Richtung Zentrum/Altstadt.
von Wrocław (Breslau) über die A4 bis zur Anschlussstelle Görlitz (94) und weiter auf der B6 und B99 Richtung Zentrum/Altstadt
von Bautzen/Löbau über die B6 bis zum Abzweig Görlitz-Rauschwalde und weiter über die Wiesbadener und Reichenbacher Straße Richtung Zentrum/Altstadt
von Zittau auf der B99 Richtung Zentrum/Altstadt
Mehr Informationen finden Sie unter: www.goerlitz.de/Anreise.html

Parken
Kostenpflichtige Parkplätze gibt es am Obermarkt und am Parkplatz Altstadt. Behinderten und Kurzzeitparkplätze befinden sich direkt vor der Kirche.
Die Anfahrt erfolgt über das historische Kopfsteinpflaster, was die Durchfahrt etwas holprig macht.

Öffentliche Verkehrsmittel
Mit dem Bus der Linie D fahren Sie bis zur Haltestelle "Nikolaiturm" oder mit der Straßenbahn 1 oder 2 bis zur Haltestelle "Heiliges Grab". Weitere Informationen erhalten Sie unter: https://www.goerlitztakt.de/de/

Der Gottesdienst findet sonntags um 10:00 Uhr statt.
Orgelpunkt 12 (Anspiel der Sonnenorgel):
Sonn- und Feiertage sowie von April bis Oktober auch Dienstag und Donnerstag jeweils 12:00 Uhr

Infos einfach aufs Smartphone

Scanne dafür den QR-Code mit Deinem Smartphone ab oder tippe diesen Link in den Browser:
Autor

Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH

Organisation

Das Landschaftswunderland Oberlausitz

Lizenz (Stammdaten)
Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH