Seltenes, historisches Nadelwehr in Fahrenholz
Nadelwehre gehören zu den ältesten Wehrtypen. Ihre Aufgabe ist es durch die Einhaltung einer Mindesttiefe die Schiffbarkeit des Flusses zu gewährleisten und vor Hochwasser zu schützen.
Dies geschieht durch das Setzen und Ziehen der Nadeln (Holzpflöcke) per Hand, was sehr aufwendig, kräftezehrend und gefährlich ist. Die mögliche Stauhöhe ist durch die Länge der Nadeln begrenzt.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden Wehre aus gewaltigen Stahlkonstruktionen, die elektrisch betrieben wurden und verdrängten die Nadelwehre.
In Deuitschland gibt es deshalb nur noch wenige historische Anlagen: der unteren Havel, an der oberen Spree sowie an der Werra in Hann. Münden und an der Ilmenau unterhalb Lüneburgs.
Auf der Strecke von Lüneburg bis Hoopte befinden sich gleich drei Nadelwehre, Schleusen und Schleusenwärterhäuschen.
Die Wehranlage in Fahrenholz wurde 1892/93, in Wittorf, 1893/94 und in Bardowick 1932 errichtet
Alle drei Nadelwehre stehen unter Denkmalschutz und haben einen hohen Zeugniswert für die Wirtschafts- und Technikgeschichte. Sie besitzen einen großen Seltenheitswert nicht nur für Niedersachsen, sondern für ganz Deutschland.
Beim Bau des Nadelwehres wurde schon damals eine Fischtreppe angelegt und das „Fischen im Bereich des Fischpasses” verboten. Einige Fischarten, wie Lachs, Meerforelle und Stint laichen im seichten Wasser des Oberlaufes. Auch ist sie wichtig für die Jungfische, die vom Meer her die Flüsse hinauf wandern (Aal).