Anfang des letzten Jahrhunderts expandierte der Bergbau in Duisburg und Umgebung gewaltig. Um den angeworbenen Arbeitern aus Schlesien, Österreich-Ungarn und den Niederlanden eine angemessene Unterkunft bieten zu können, wurde 1903 rund um die Zeche Rheinpreussen eine Bergarbeitersiedlung erbaut.
GESCHICHTE
Zunächst kamen die Arbeiter der Zeche Rheinpreußen 1 / 2 noch aus der näheren Umgebung. Als zunehmend auch Menschen aus anderen Regionen angeworben wurden, legte die Gewerkschaft Rheinpreußen ab 1903 zwischen den Schächten eine große Arbeitersiedlung an. 1 200 Wohnungen wurden im Laufe der Jahre abgerissen. Um die verbliebenen Häuser gab es einen erbitterten Kampf: 1982 gingen Bewohner*innen sogar in den Hungerstreik – und waren erfolgreich. Seit 1985 ist die Siedlung im Besitz einer Bewohnergenossenschaft und steht heute unter Denkmalschutz.
ORT
Mit ihren Vor- und Nutzgärten sowie den angebauten Wirtschaftsgebäuden bietet die Kolonie das Bild einer typischen Industriesiedlung. Wirkt das überwiegend rechtwinklige Straßenraster noch eher traditionell, so stehen der Wechsel in der Fassaden- und Dachgestaltung, die Anordnung von Doppel- und Einzelhäusern, die Baum-Alleen und die Hervorhebung der Eckhäuser in der Südstraße für die Abkehr von den schematischen Arbeiterkolonien des 19. Jahrhunderts.
UMGEBUNG
Mit der Kolonie Meerbeck, etwas nordwestlich in Moers, wurde in den 1980er-Jahren eine der größten Arbeitersiedlungen Nordrhein-Westfalens originalgetreu restauriert und für die Bewohner*innen erhalten. Der Wasserturm im Ortsteil Vinn im Moerser Süden wurde 1901 fertiggestellt – hier stehen heute Veranstaltungen und Tagungen auf dem Programm.